Eingasbrenner: Unterschied zwischen den Versionen

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=== Physik dahinter ===
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'''Ventil und Strömung im Rohr'''
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Physikalisch hat man es beim Ventil des Eingasbrenners mit einem Strömungsgleichgewicht in einem Rohr mit zwei Engstellen zu tun. Die Gasmenge die durch eine Engstelle fließt wird grob durch drei Faktoren bestimmt: Der Vordruck, die Größe der Engstelle und der Druck dahinter. Im Brenner sind zwei Engstellen hintereinander, das Nadelventil (variabel) und die Düse (starr). Wenn man jetzt das Nadelventil etwas öffnet fließt etwas Gas durch. Das Gas staut sich an der Düse und wieder ein Teil geht durch. In recht kurzer Zeit baut sich ein Fließgleichgewicht auf, bei dem dann der Druck zwischen Nadelventil und der Düse konstant bleibt. Ob man bei geringem Vordruck das Nadelventil weit öffnet oder bei hohem Vordruck weniger spielt so lange keine Rolle, wie im Bereich der Düse die gleiche Druckdifferenz gebildet wird. Gleiche Druckdifferenz heißt gleicher Fluss und damit gleiche Flamme.
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'''Strömung hinter der Düse'''
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Jetzt noch kurz zum Bereich mit den Luftlöchern und der Stauscheibe vorne am Brennerkopf. Im Bereich zwischen der Düse und der Staquscheibe, (:Ö:) von vorne gesehen, saugt der recht schnell austretende Strahl Brenngas von der Seite her Luft an (Bernoulli-Effekt) und vermischt sich damit. Dieser Strahl Gas-Luft-Gemisch ist aber noch schneller als die Zündgeschwindigkeit darin. Die Flamme reißt noch ab (tut sie auch trotz Stauscheibe bei zu magerem Gemisch bei neuer Gasflasche). Die Stauscheibe zweigt einige Anteile davon ab und bremst sie in den dünnen Bohrungen im äußeren Kranz, bis sie langsamer sind als die Zündgeschwindigkeit. Die Wärmeableitung der Stauscheibe kühlt die dünnen Gas-Luft-Ströme, daß sie unterhalb ihrer Zündtemperatur bleiben und verhindert so ein Zurückschlagen der Flamme in den Mischraum. Jetzt brennt ein Kranz kleiner Flämmchen rund um die Hauptöffnung in der Mitte und wird vom schnelletren Gas-Luft-strom zur Mitte gezogen und zum Teil mitgenommen. Der äußere Mantel vom Hauptstrom entzündet sich und setzt nach und nach den gesamten Querschnitt in Brand. An der Spitze des leuchtendblauen Kegels brennt der gesamte Querschnitt. Vorher können die sich zersetzenden Brenngase den Sauerstoff aus dem Glas (und den färbenden Metalloxiden darin) herausziehen, also reduzierend wirken. Da alle Misch- und strömungsvorgänge sehr turbulent sind verändert sich die lokale Zusammensetzung im Gasstrom und der Brennzone in rascher Folge, was zu dem rauschenden Geräusch wegen unterschiedlicher Zünd- und Brenneigenschaften führt. Im Zeitlichen Mittel ist die Flamme aber stabil und hinter dem leuchtendblauen Kegel sogar weitgehend homogen.
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Aktuelle Version vom 26. September 2014, 20:13 Uhr

Eingasbrenner bedeutet - ein Brenner, der nur mit Gas betrieben wird - im Gegensatz zu Zweigasbrennern, die auch Sauerstoff benötigen

Unter die Eingasbrenner fallen:

Was spricht für einen Eingasbrenner ?

Pro

  • Es geht schneller - ein Hot head bringt das Glas schneller an den Schmelzpunkt als ein Dosenbrenner.
  • Dann musst Du nicht ganz so sehr aufpassen mit den Farben.
  • Am Hothead kann man dies entspannter verarbeiten. Man muß sich schon "dappig" anstellen, um da die Farben zu vermurcksen.
  • Man hat keine Probleme mit nachlassendem Druck. Dank Druckminderer bleibt der Druck immer schön konstant.

Kontra

  • man sollte einen festen Arbeitsplatz haben, wo man den Brenner am Tisch festgeschraubt lassen kann. Immer dran und wieder abschrauben, ist etwas mühsam - und ich weiß nicht, ob das hin- und hergezerre dem Schlauch auf Dauer gut tut.

Welche Eingasbrenner stehen zur Auswahl


Physik dahinter

Ventil und Strömung im Rohr

Physikalisch hat man es beim Ventil des Eingasbrenners mit einem Strömungsgleichgewicht in einem Rohr mit zwei Engstellen zu tun. Die Gasmenge die durch eine Engstelle fließt wird grob durch drei Faktoren bestimmt: Der Vordruck, die Größe der Engstelle und der Druck dahinter. Im Brenner sind zwei Engstellen hintereinander, das Nadelventil (variabel) und die Düse (starr). Wenn man jetzt das Nadelventil etwas öffnet fließt etwas Gas durch. Das Gas staut sich an der Düse und wieder ein Teil geht durch. In recht kurzer Zeit baut sich ein Fließgleichgewicht auf, bei dem dann der Druck zwischen Nadelventil und der Düse konstant bleibt. Ob man bei geringem Vordruck das Nadelventil weit öffnet oder bei hohem Vordruck weniger spielt so lange keine Rolle, wie im Bereich der Düse die gleiche Druckdifferenz gebildet wird. Gleiche Druckdifferenz heißt gleicher Fluss und damit gleiche Flamme.

Strömung hinter der Düse

Jetzt noch kurz zum Bereich mit den Luftlöchern und der Stauscheibe vorne am Brennerkopf. Im Bereich zwischen der Düse und der Staquscheibe, (:Ö:) von vorne gesehen, saugt der recht schnell austretende Strahl Brenngas von der Seite her Luft an (Bernoulli-Effekt) und vermischt sich damit. Dieser Strahl Gas-Luft-Gemisch ist aber noch schneller als die Zündgeschwindigkeit darin. Die Flamme reißt noch ab (tut sie auch trotz Stauscheibe bei zu magerem Gemisch bei neuer Gasflasche). Die Stauscheibe zweigt einige Anteile davon ab und bremst sie in den dünnen Bohrungen im äußeren Kranz, bis sie langsamer sind als die Zündgeschwindigkeit. Die Wärmeableitung der Stauscheibe kühlt die dünnen Gas-Luft-Ströme, daß sie unterhalb ihrer Zündtemperatur bleiben und verhindert so ein Zurückschlagen der Flamme in den Mischraum. Jetzt brennt ein Kranz kleiner Flämmchen rund um die Hauptöffnung in der Mitte und wird vom schnelletren Gas-Luft-strom zur Mitte gezogen und zum Teil mitgenommen. Der äußere Mantel vom Hauptstrom entzündet sich und setzt nach und nach den gesamten Querschnitt in Brand. An der Spitze des leuchtendblauen Kegels brennt der gesamte Querschnitt. Vorher können die sich zersetzenden Brenngase den Sauerstoff aus dem Glas (und den färbenden Metalloxiden darin) herausziehen, also reduzierend wirken. Da alle Misch- und strömungsvorgänge sehr turbulent sind verändert sich die lokale Zusammensetzung im Gasstrom und der Brennzone in rascher Folge, was zu dem rauschenden Geräusch wegen unterschiedlicher Zünd- und Brenneigenschaften führt. Im Zeitlichen Mittel ist die Flamme aber stabil und hinter dem leuchtendblauen Kegel sogar weitgehend homogen.


Quelle: Perlentreff