10% Regel

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Bei einer Anwendung eines AK 92 Glases (zB. Reichenbach) auf einem AK 104 Glas (zB. Moretti, Lauscha) darf das AK 92 Glas 10% des Volumens des AK 104 Glases nicht überschreiten. zB. Bei Iris Orange, besser bekannt als [Raku]. Soll das Ganze noch Klar überfangen werden, darf es gar 5% nicht überschreiten !

Zum besseren Verständnis dieser "Regel" hier etwas Physik dazu: Glas zieht sich, je nach Ausdehnungskoeffizient AK, beim Abkühlen unterschiedlich stark zusammen. Je höher der AK, desto stärker der Effekt. Wenn jetzt ein Glas mit niedrigem AK (z.B. Schott AR) in Glas mit höherem AK (z.B. Moretti) eingeschlossen ist, bedeutet das, dass nach dem Erkalten weniger Platz im Morettiglas ist, als der Schott AR braucht. Im Glas mit hohem AK treten Zugspannungen auf und im Glas mit niedrigerem AK Druckspannungen. Je nach Größe des Einschlusses, Differenz der AK-Werte und Art der Abkühlung können diese Zugspannungen die Bruchfestigkeit des Hüllglases übersteigen. Es kommt zu Rissen, bis zur völligen Zerstörung des Objektes. Ist jedoch Glas mit hohem AK in Glas mit niedrigerem AK eingeschlossen werden mögliche auftretende Risse im Inneren des Glases mit hohem AK bleiben. Das ist zwar unschön, führt aber nicht zur Zerstörung des Objektes. Ausnahme: Bei Überfängen mit niedrigerem AK reißt gerne der Kern vom Perlenkanal her. Das kann zum glatten Spalten der Perle in zwei Hälften führen.